Das positive Scheitern

Haben Sie sich schonmal gefragt, warum wir Fehler und Scheitern bei einer Aufgabe als etwas so Negatives ansehen? Von klein auf werden wir zu dem erzogen. Fehler machen ist etwas Schlechtes, schon in der Schule werden wir durch Benotung darauf getrimmt, dass unser größtes Streben das Vermeiden von Fehlern ist. Wir lernen so, dass wir am besten keine Fehler machen.

Doch ist das sinnvoll? Die Antwort ist ein klares NEIN.

Wir wissen alle, dass ein Kind, welches eine heiße Herdplatte angefasst hat, diesen Fehler nicht nochmal begehen wird. Beim Anfassen der Herdplatte haben die Nervenzellen in der Hand des Kindes einen Impuls an das Hirn gesendet. Dieses Signal wurde verarbeitet und die darin enthalten Informationen wurden gespeichert.

Durch den „Fehler“ die heiße Herdplatte anfassen, hat das Kind die Konsequenzen auf mehreren Lernebenen erfahren und konnte so aus seinem Fehler lernen.

Der alte Spruch „aus Fehlern lernt man“ hat einen wahren Kern. 

Deshalb ist das Auswerten von „Nichtkonformitäten“, wie Fehler im Qualitätsmanagement heißen, eine der wichtigsten Methoden, um ständige Verbesserungen im Unternehmen zu identifizieren und umzusetzen.

Bei dieser systematischen Fehlerauswertung geht es nicht darum, zu sehen, welcher Mitarbeiter wie viele Fehler und vor allem welche gemacht hat, sondern darum, durch die Ursachenanalyse des Fehlers die Chance zu nutzen, den Fehler zu beheben und in Zukunft zu vermeiden, davon profitiert dann nicht nur der einzelne Mitarbeiter, sondern das gesamte Unternehmen.  

Unternehmen, die eine offene Fehlerkultur leben und in denen die Mitarbeiter den positiven Effekt der Ursachenanalyse und Fehlerkorrektur mittragen, sind gerade in Bezug auf ihre Entwicklung und Verbesserungen für die Zukunft deutlich stabiler aufgestellt.

Also lassen Sie uns alle munter Fehler machen und daraus lernen!

Autorin: J. Kahler